Ein Bischof zieht nach Norden
Der Oberhachinger Bischof Berislav Grgic zieht demnächst zu seinem neuen Wirkungsort in Spitzbergen um. Von seinem neuen Sitz aus ist jedoch die am nächsten gelegene Pfarrei 240 Kilometer entfernt. Um die am weitesten abgelegene Pfarrei zu besuchen, muss der Bischof eine 800 Kilometer lange Reise antreten. Dafür muss er auf Linienflüge zurückgreifen.
Der 48-jährige stammt aus Bosnien-Herzegowina. Während des Krieges musste er, wie tausende weitere Menschen, aus seiner Heimat fliehen. Danach arbeitete er für die Caritas und emigrierte 1996 in das Land Norwegen. Viele Vertriebenen wurden dort wohl behütet aufgenommen. Bis 2007 leitete er die katholische Mission in Norwegen und war zeitweise Generalvikar des Bistums Oslo. Im September kam er nach Deutschland und nahm das Amt des einfachen Pfarrers auf. In Oberhaching unterstanden ihm zwei Pfarreien und 6000 Katholiken. Die einheimischen loben ihn in großen Tönen und freuen sich jedoch auch, dass er das Amt in Norwegen annehmen kann.
In seiner momentanen Pfarrei hinterlässt Berislav Grgic ein großes Loch. Eine Gemeindereferentin ist im Mutterschutz und eine noch in der Ausbildung. Man lässt den Grgic nur ungern wegziehen, aber es wird sich auch jemand neues finden, berichten die Gemeindemitglieder zuversichtlich. Der neue Bischof selber sieht seine Versetzung als Chance und freut sich schon auf den Norden. Er nimmt die Herausforderung an, in dem lutherisch geprägten Land, das künftige Amt auszuführen.
Sein Bistum hat sieben Pfarreien und nur 2200 Katholiken. Viel weniger, als er bisher gewohnt ist. Außerdem leben in Norwegen Zuwanderer aus 50 unterschiedlichen Nationen. Die Arbeit im deutschem Pfarramt sei, laut Grgic, dagegen ein Zuckerschlecken gewesen. Doch auch über den langen Winter macht sich der neue Bischof keine Gedanken. Am 28. März wird er geweiht.